Sauerstoff, Wasser und ungesüßter Kräutertee sind die wichtigsten Lebensmittel während der Fastenzeit. Otto Buchinger hat zudem festgestellt, dass der Fastenerfolg genauso groß, die Fastenkrisen aber weniger stark ausfallen, wenn zwischen 250 und 400 kcal/Tag in flüssiger Form während des Fastens eingenommen werden. 200 ml Saft, bestehend aus mind. 2/3 Gemüse- und 1/3 Obstsorten plus 250 ml Gemüsebrühe erfüllen diese Norm in etwa, wenn sie richtig zubereitet oder ausgewählt wurden. Saft und Brühe sorgen als „Mahlzeiten“ ebenfalls für ein sinnliches Erleben.
Gerade beim Saft und bei der Brühe werden jedoch viele Fehler gemacht, weswegen ich hier genauer darauf eingehen möchte.

Der Fastensaft

Der Fastensaft wird im Optimalfall frisch gepresst, am besten mit einem sogenannten Slow Juicer, da bei dieser langsamen Pressung mittels einer Schnecken- oder Walzenpresse – im Gegensatz zur herkömmlichen Zentrifugalpressung – die sauerstoffempfindlichen Enzyme und Vitamine am besten erhalten bleiben. Für kleinere Mengen eignet sich auch eine manuell betriebene Schneckenpresse (z.B. Healthy Juicer).
Ggf. musst du den Saft nach der Pressung durch ein feines Sieb gießen, da einige Juicer nicht so genau arbeiten und – je nach Pressgut – einen kleinen Anteil Püree ausliefern. Wenn du nicht fastest, sind kleine Festanteile im Saft nicht schlimm, aber beim Fasten sorgen sie für unnötige Magen- und Darmbewegungen, die wiederum deinen Appetit anregen und ein Hungergefühl verursachen können.
Bei gekauften Säften ist darauf zu achten, dass diese direktgepresst und nicht aus Konzentraten hergestellt wurden. Selbstverständlich sollten keine weiteren Zusätze enthalten sein. Ich muss dich aber darauf hinweisen, dass es auch Zusätze (sog. “technische Hilfsstoffe”) gibt, die nicht deklariert sein müssen und somit eventuell nicht auf dem Etikett erwähnt werden. Auf Bio-Qualität solltest du wertlegen, sie schützt jedoch nicht vor ungewünschten Zusätzen, wie z.B. sog. “Entschäumern”, die so gut wie bei jeder industriellen Saftpressung verwendet werden.
Des Weiteren solltest du bei gekauften Säften beachten, dass sie im Verhältnis zum enthaltenen Fruchtzucker wenig Vitalstoffe enthalten. Der Fruchtzucker muss aber mit Hilfe von Vitalstoffen verarbeitet werden, so dass dein Körper ggf. an seine Vitalstoffreserven gehen muss und am Ende des Stoffwechselprozess’ nichts mehr als Reserve von diesen natürlich-lebenswichtigen Substanzen übrigbleibt.
Ich persönlich finde es prima, während der Fastenzeit nicht nur Altes loszulassen, sondern auch gleichzeitig Vitalstoffe zu tanken.
Wenn du dir keinen Entsafter zulegen möchtest, frag doch einfach mal im Bekanntenkreis herum, ob dir jemand einen leihen könnte. Und wenn es kein Slow Juicer ist: der frisch gepresste Saft aus einem herkömmlichen Entsafter (mit Zentrifuge) ist immer noch besser als gekaufter Saft.

Die Herstellung der Fastensäfte

Geeignete Obst- und Gemüsesorten:

  • Möhren
  • Rote Bete
  • Stangensellerie
  • Gurken
  • Äpfel
  • Orangen
  • Grapefruits
  • Festere Birnen
  • Aronia-Beeren (in kleinen Mengen)
  • Ananas
  • Granatäpfel
  • Kirschen
  • Zitronen / Limetten
  • Weizen- oder Gerstengras (nur einige Juicer können dieses entsaften)

Je nach Saftigkeit benötigst du für 200 ml Saft etwa 600 g Obst oder Gemüse. Obstsaft solltest du immer mit Gemüse-Saft mischen, da sonst der Fruchtzuckergehalt zu hoch ist und die Kalorien-Menge überschritten wird.

Ich presse den Obst- und Gemüsesaft immer getrennt, um das Mischungsverhältnis 1:2 (maximal 1 Teil Obstsaft, mindestens 2 Teile Gemüsesaft) im Blick zu haben.
Bevor der Gemüse- oder Obstsaft gepresst wird, empfehle ich dir, immer etwas Zitronen- oder Limettensaft in das Saftauffanggefäß zu geben, damit der Saft vor Oxidation geschützt wird. Zitronen und Limetten kannst du manuell mit einer handelsüblichen Zitruspresse auspressen. Das gilt im Übrigen auch für andere Zitrusfrüchte.
Den gepressten Saft solltest du erst durch ein grobes, dann durch ein feineres Sieb gießen.

Frisch gepresster Fastensaft in Flaschen abgefüllt

Braunglasflaschen eignen sich für die Aufbewahrung von Säften sehr gut

Nach Möglichkeit solltest du deinen Fastensaft immer frisch pressen. Du kannst ihn auch für maximal 3 Tage auf Vorrat pressen, dann sollte er aber in schmalen Flaschen stehend, kühl und dunkel aufbewahrt werden.

Bitte trinke den Saft immer in kleinen Schlucken, entweder 1:1 mit Wasser gemischt oder im Wechsel mit Wasser. Du kannst ihn gern auch löffeln.

Die Fastenbrühe

Die Fastenbrühe dient der Zufuhr von basischen Mineralstoffen in einem natürlichen Verhältnis sowie der Durchwärmung des Organismus, um Stoffwechsel- und Entgiftungsvorgänge zu beschleunigen.

Der häufigste Fehler, der gemacht wird, ist, Instant-Brühe beim Fasten zu benutzen. Diese ist mit dem Fasten absolut nicht vereinbar, da sie viel zu viel Kochsalz und andere Zusätze enthält. Auch Instant-Brühe auf Meersalz-Basis enthält zu viel Salz und in der Regel Zusatzstoffe wie Stärke, Süßungsmittel und Hefen. Instant-Brühen werden zur Geschmacksverstärkung hergestellt. Darum geht es beim Fasten jedoch nicht – im Gegenteil: der intensive, künstlich zusammengestellte Geschmack wirkt oft appetitanregend.

Eine weitere Beobachtung, die ich gemacht habe, ist das Aufwärmen von Gemüsesäften bzw. die Herstellung einer Brühe aus einem Teil Gemüsesaft und einem Teil heißen Wasser.
Das ist ebenso falsch, da beim Saftpressen ebenso die Starke, die sich zu einem sehr hohen Anteil in Wurzelgemüse befindet, mit ausgepresst wird und für einen zu hohen Gehalt an Kalorien sorgt.

Fastenbrühe ist ausschließlich ein gekochter Auszug aus Gemüse. Sie selbst zu kochen, ist nicht schwer. Wenn du magst, kannst du deine Lieblingsgemüsesorten kombinieren und somit geschmacklich experimentieren. Ich selbst bevorzuge jedoch Brühen vom Typ „Mono“, da ich hierbei die pure Frucht oder Knolle schmecken kann.

Die Herstellung der Fastenbrühe (für 2 Personen à 250 ml)

Als Gemüse eignen sich:

  • Tomaten
  • Möhren
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Kürbis
  • Knollen- oder Stangensellerie
  • Paprika
  • Süßkartoffeln
  • Kohlrabi

Koche 700 ml Wasser auf und gib 350 g gesäubertes und geputztes Gemüse einer oder mehrerer Sorten dazu. Lass das Ganze 1 Stunde auf niedriger Stufe köcheln. Nach Belieben kannst du 2-3 getrocknete Wacholderbeeren mitkochen. Kein Salz zugeben!
Siebe anschließend die festen Bestandteile ab.
Die Brühe solltest du – ebenso wie den Saft – nur schluckweise trinken oder löffeln.

Brühe auf Vorrat kochen

Eingekochte Brühe

Saucen-Flaschen eignen sich perfekt zum portionsweisen Einkochen von Fastenbrühe

Möchtest du deine Brühe auf Vorrat kochen, kannst du sie problemlos in Gläser oder Flaschen einwecken.
Benutze dazu geeignete Gläser oder Weithalsflaschen. Mit den speziellen Weck-Gefäßen bist du auf der sicheren Seite. Es eignen sich aber z.B. auch leere Ketchup-Flaschen, Flaschen von passierten Tomaten, Soßen etc. Auch einige Schraubgläser sind geeignet.
Die Gefäße und Verschlüsse müssen absolut sauber und vorgewärmt sein. Die Brühe solltest du mit Hilfe eines Trichters einfüllen, damit der Glasrand sauber bleibt.
Fülle die Brühe heiß bis 2-3 cm unter dem Rand ein und schraube das Gefäß sofort zu. Bitte benutze geeignete Handschuhe, um Verbrennungen zu vermeiden.
Lass die Gefäße 24 – 36 Stunden lang abkühlen.
Wenn du einen speziellen Wecktopf hast (eventuell Freunde fragen), kannst du diesen benutzen und die Brühe-Flaschen oder -gläser darin nun für 1 Stunde bei 130 °C einkochen lassen.
Alternativ: schiebe eine Fettpfanne in die untere mittlere Schiene deines Backofens und fülle sie zur Hälfte mit Wasser. Stelle deine Gefäße mit der Brühe hinein und heize den Ofen auf 130 °C vor. Wenn die 130 °C erreicht sind, lass die Brühe darin für 1 Stunde einkochen.
Anschließend stellst du die Gläser auf 2 übereinandergelegte Geschirrtücher und lässt sie vollständig abkühlen.
Die Aufbewahrung sollte kühl und dunkel erfolgen, jedoch nicht unter 4 °C, da ansonsten die beim Kochen entstandenen Wärmeenergie verloren geht.
Die Brühe wirkt nicht nur stofflich, sondern auch energetisch feinstofflich.

Brühe, die nicht eingeweckt wird, hält sich im Kühlschrank (5-8 °C) in einem gut verschlossenen Gefäß bis zu 5 Tage und kann bei Bedarf wieder aufgewärmt werden.

Wann und wie sollten die Saft- und Brühemahlzeiten eingenommen werden?

Die Uhrzeit spielt im Prinzip eine untergeordnete Rolle. Jede Mahlzeit kann früh, mittags, nachmittags oder abends eingenommen werden.
Eine Fastenzeit bietet dir jedoch die Möglichkeit, dich ein paar Tage lang unabhängig von Mahlzeiten durch den Tag zu bewegen, weswegen meine Empfehlung ist, die Mittagsmahlzeit ausfallen zu lassen und eine Mahlzeit am Morgen, die andere am Nachmittag oder Abend nach einer guten Aktivphase einzunehmen.
Gerade in den ersten Tagen des Fastens kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen, einerseits durch einen teils rapiden Blutdruckabfall, aber auch, weil dein Gehirn normalerweise Glucose (Traubenzucker aus Kohlehydraten) zum Arbeiten benötigt. Nach etwa 3 Tagen schaltet dein Körper auf ein anderes Energieprogramm um, und der Organismus – auch das Gehirn – gewinnen vorwiegend aus den sog. Ketonen, die beim Fettabbau entstehen, Energie.
Um insbesondere unserer Steuerungszentrale – dem Gehirn – den Start in den Tag während des Fastens zu erleichtern, empfehle ich, den mehr kohlehydrathaltigen Fastensaft als Morgenmahlzeit.

Wichtig ist aber auch das Wie. Die Fastenmahlzeiten solltest du bewusst, langsam und ohne mediale Ablenkung in einer angenehmen Atmosphäre einnehmen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag etwas bei deinen Fastenplänen helfen.
Fragen oder Anmerkungen kannst du mir gern in der Kommentarbox unter dem Beitrag hinterlassen.

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