Die Erwartungshaltung führt oft zum Scheitern

Eine vitalstoffreiche Ernährung oder „Clean Eating“ bringt mehr Energie und Power als die übliche „Zivilisationskost“. Das Hautbild wird klarer und die Ausstrahlung anziehender. Unangenehme Körpergerüche verwandeln sich in angenehme und anziehende, Verdauungsbeschwerden haben endlich ein Ende.

So steht es überall geschrieben und so beschreiben es Ernährungsexperten.
Und natürlich: wenn ich das nicht bestätigen könnte, würde ich darüber nicht so viel schreiben.
Deshalb, weil es überall so steht, beginnen die Meisten eine Ernährungsumstellung mit der Erwartungshaltung, ab sofort mehr Power zu haben, sexy auszusehen und zu riechen.
Es ist mir deshalb wichtig zu erwähnen, dass dieses Resultat oft erst nach 2-8 Wochen zu erwarten ist – je nachdem, wie dein Ernährungsstil bislang war.

Auf die häufigsten Beschwerden und wie sie auszuhalten und zu lindern sind, möchte ich in diesem Beitrag eingehen.

 

Beschwerden während der Ernährungsumstellung

Mann mit Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen sind bei einer Ernährungsumstellung nicht ungewöhnlich, gehen aber bald vorüber.

Das können sein:

• Blähungen/aufgeblähter Bauch
• Durchfälle
• Selten Verstopfung
• Übelkeit
• Heißhunger
• Müdigkeit
• Schlafstörungen
• Kopfschmerzen
• Konzentrationsstörungen
• Depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen
• Schwächegefühl
• Gliederschmerzen
• Hautausschläge
• Herpes
• Unreine Haut
• Körpergeruch
• Mundgeruch
• Frieren
• Schwitzen
• Fieberhafte Infekte
• Husten
• Schnupfen bzw. vermehrter Schleim
• Auftreten alter Symptome

Warum es zu Beschwerden kommt

Eine Umstellung bedeutet zunächst Stress für den Körper. Er hat inzwischen gelernt, mit den ihm zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln zu arbeiten – auch wenn er dafür unendlich viel Energie und Ressourcen mobilisieren muss.

Mich erinnert das an meine Großmutter, die, nachdem es die ersten Telefonzellen unweit von ihrem Haus entfernt gab, lieber weiterhin kilometerweit zu Fuß unterwegs war, um jemandem eine Botschaft zu überbringen. Telefonate bedeuteten weitaus mehr Stress für sie. Erst nach und nach, hat sie sich an diese modernen Geräte – damals noch mit Wählscheibe und geringeltem Kabel – gewöhnen können und sie zu schätzen gelernt.

Aber neben Stress für deinen Organismus kommt noch hinzu, dass sich in deinem 5-8 m langem Darm noch lange alte Nahrungsmittelreste aufhalten, die immer noch von alten Bakterienkulturen besiedelt werden, welche ins Schwitzen (und Pupsen) kommen, wenn da plötzlich große Mengen unbekannter Nahrung angereist kommen.
Das verursacht häufig Blähungen. Solange die Darmflora noch im Umbau ist, werden die „alten“ Bakterien mehr giftige Stoffwechselprodukte abliefern, und manch ein Darm sorgt mit Durchfällen für den schnellen Abtransport.

Auch muss dein Organismus nicht mehr so viele Verdauungsenzyme synthetisieren, da insbesondere mit der Frischkost viele Enzyme mitgeliefert werden. Diese neu gewonnene Zeit und Energie nutzt er zum Entrümpeln! Da fallen zunächst viele Abfälle an, die raus müssen.
Aber solange sie da sind, sorgen sie für Übelkeit, Müdigkeit, Schwächegefühle, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Kälte- oder Hitzegefühle, Herpes und schlechte Laune.

Entzugserscheinungen von Kaffee, Alkohol und Fabrikzucker können ebenfalls unangenehme Symptome auslösen.
Heißhunger hingegen ist eine Entzugserscheinung, die bald vorüber geht. Einerseits verlangt dein Gehirn nach bestimmten Botenstoffen, die losgeschickt wurden, wenn du z.B. Kaffee, Alkohol oder Fabrikzucker konsumiert hast, andererseits verlangen auch die angepassten Darmbakterien noch eine Weile danach und geben entsprechende Signale an dein Gehirn: „Bitte füttere uns!“
Da dein Körper aber auch über die Haut und die Atmung entgiftet, kann es einige Tage zu unangenehmen Körper- und Mundgerüchen kommen.
Hautausschläge und Pickel sind ebenfalls eine Folge der Entgiftung über die Haut.

Gliederschmerzen sind oft ein Zeichen von Übersäuerung. Wenn dein Körper beginnt, Fett abzubauen, werden Säuren frei, die im Fettgewebe gelagert wurden. Säure im Körper kann Schmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hervorrufen.
Wenn dein Körper der Meinung ist, es sammeln sich zu viele Gifte und Säuren im Organismus an und deine Ausscheidungswege kommen ohne Hilfe nicht mehr mit dem Abtransport hinterher, kann es auch zu Fieber kommen, eventuell gepaart mit Husten, Schnupfen oder Durchfall. Fieber steigert die Stoffwechsel- und Enzymaktivität enorm, wodurch die Entgiftung vorangetrieben wird.
Durch Husten und Schnupfen werden mit dem Schleim ebenfalls Gifte ausgeleitet. Ebenso mit eventuellem Durchfall.
Solche schleimenden Symptome können deshalb auch ohne Fieber auftreten.
Egal, ob mit oder ohne Fieber – freue dich über diesen vermeintlichen Infekt!

Manchmal kann es vorkommen, dass längst verheilt geglaubte Wunden sich plötzlich entzünden. Auch im Mundraum und an den Zahnwurzeln können gelegentlich Entzündungen aufflammen.
Dein Körper nutzt die neu gewonnene Energie, um endlich die Dinge zu heilen, die schon lange fällig waren, wozu aber keine Ressourcen zur Verfügung standen.

15 hilfreiche Maßnahmen

Es ist nicht nötig, alle Maßnahmen zu befolgen. Sollte dir die Ernährungsumstellung zu schaffen machen, schau nach, welche 3 Tipps dir am hilfreichsten scheinen und befolge diese.

1. Ernährungsumstellung Schritt für Schritt

Eine langsame Ernährungsumstellung, mildert die Symptome ab. Dafür kann es sein, dass die Pickel ein paar Wochen länger bleiben.

2. Augen zu und durch!

Akzeptiere am besten deine Unpässlichkeiten. Lobe deinen Körper! Stelle dir vor, wie hart er arbeitet, um dich von altem Ballast zu befreien!
Du hast ein Ziel vor Augen und bist schon ganz dicht dran: Gesundheit & Schönheit sind der Lohn für diese jetzigen Strapazen!

3. Keine unterdrückenden Maßnahmen!

Unterdrücke bitte keines der Symptome medikamentös oder auf anderem Wege!
Dein Körper macht das großartig!
Versuche die jetzigen Unpässlichkeiten auszuhalten! Auch Fieber! Es ist ein Segen und du solltest dir diese vom Körper befohlene Auszeit unbedingt gönnen!
Sind die Beschwerden unerträglich, suche nach Alternativen in dieser Liste.

Auch gehe nicht sofort bei neu entstehenden Entzündungen zum Arzt. Dein Körper ist im Heilungsprozess, wenn er nur noch vitalstoffreiche Nahrung bekommt. Vorher hatte er diese „Werkzeuge“ nicht und musste sich ständig um die Verdauung kümmern. Die meisten Wunden (besonders häufig im Mundraum, aber auch woanders) heilen nach wenigen Tagen wieder ab – für immer!
Viele Ärzte neigen dazu, Mittel einzusetzen, die die Selbstheilung deines Körpers stören.

4. Ruhe und schlafe viel!
Ruhe dich aus!

Eine Ernährungsumstellung kann in den ersten Tagen nach Ruhephasen verlangen. Gönne sie dir!

Höre auf deinen Körper und ruhe dich auch ohne Fieber viel aus. Gehe eine Zeitlang mindestens eine halbe Stunde früher ins Bett. Im Schlaf findet viel Heilung und Regeneration statt.

5. Kämpfe nicht gegen wache Nächte!

Wenn du allerdings nachts wach liegst, lies ein Buch oder trinke noch eine Tasse Tee.
Auch das geht vorüber bzw. kann es auch sein, dass du nach der Ernährungsumstellung feststellst, dass du weniger Schlaf benötigst.

6. Trinke viel!

Unterstütze deine Nieren als Entgiftungsorgane Nr. 1, indem du in der Umstellungsphase viel trinkst. Gelöste Schlacken können somit schneller ausgeschwemmt werden. Bestimmte Tees, wie Brennnessel, Schachtelhalm oder Birkenblätter unterstützen die Entgiftung über die Nieren.

7. Atme frische Luft!

Auch die Lungen geben viele giftige und saure Gase ab. Durch intensives Atmen an der frischen Luft – z.B. bei einem Spaziergang, beim Fahrradfahren, Gartenarbeit, Joggen oder Singen im Freien – unterstützt und beschleunigst du diesen Prozess.

8. Gönne dir Basenbäder!

Was dein Körper jetzt abgeben will, ist überwiegend sauer. Stoffwechselendprodukte der Darmbakterien, aber auch der Fettverbrennung, die durch den Verzicht auf die alten Vitalstoffräuber und dem Verzehr naturbelassener Nahrung angekurbelt wird, sind sauer. Und sauer macht in diesem Fall ganz und gar nicht lustig, sondern träge.
Im Handel gibt es viele basische Salzmischungen, die extra für Basenbäder hergestellt wurden. Gönne dir 2-3x, später 1x pro Woche ein Vollbad damit! Ein Vollbad sollte mindestens 60 min dauern.

Und wenn es mal schnell gehen muss, hilft auch schon ein 15minütiges basisches Fußbad. Über die Füße geht die Ausscheidung der Säuren schneller.

9. Gönne dir ein paar Sauna-Gänge!

Sofern möglich, empfehle ich, regelmäßig zu saunieren. Nicht nur in der Umstellungsphase. Das Saunieren ist sehr immunstärkend. Über die Haut werden viele Schlacken abtransportiert. Es erleichtert auf diesem Wege auch eine Ernährungsumstellung.

10. Sorge für Bewegung!

Bewegung sorgt für einen schnelleren Stoffwechsel, was wiederum zur schnelleren Ausscheidung von Altlasten führt, die dir das Leben gerade erschweren.Außerdem lenkt sie von deinen Beschwerden ab.
Schaue, wo du in einen Alltag mehr Bewegung hineinbekommst. Eine Ernährungsumstellung sorgt ohnehin schon für einen bewussteren Umgang mit deinem Körper. Warum also nicht auch gleich noch an die Bewegung denken, die sich in jeder Hinsicht positiv auf dein körperliches und geistiges Wohl auswirken wird.

11. Iss grün!

Grünes Blattgemüse und Wildkräuter binden an ihre Fasern Schlacken, Bakterien und Gifte. Außerdem sorgt das Chlorophyll (der grüne Blattfarbstoff) für eine Reinigung und den sauberen Wiederaufbau des Blutes. Grüne Blätter sind ein wahres Superfood!

Nimm dir vor, jeden Tag grüne Blattsalate oder Wildkräuter in deine Frischkost zu integrieren.

12. Vermeide Fleisch und stark eiweißhaltige Molkereiprodukte!

Bei der Verdauung von tierischem Eiweiß entsteht u.a. Ammoniak. Ammoniak macht schläfrig und sorgt für Konzentrationsstörungen. In der Umstellungsphase müssen schon genug Gifte ausgeschieden werden. Du fühlst dich schneller fit und vital, wenn du Fleisch und eiweißhaltige Molkereiprodukte (Sahne und Butter enthalten kaum noch Eiweiß) für einige Zeit aus deiner Ernährung streichst und auch später sehr achtsam und bewusst mit Fleisch- und Milchprodukten umgehst.

13. Reinige deinen Darm!

In deinem Darm treffen alte Bakterienkulturen auf neue. Das führt zu Konflikten. Mit Darmspülungen hilfst du, die Bakterien aus deinem Darm zu befördern. Neue Stämme können wachsen, alte sterben somit schneller aus.
Auch giftige Stoffwechselendprodukte, wie sie z.B. beim Abbau von Fett und fettlöslichen Giften aus der Umwelt und Nahrung entstehen, befinden sich im Darm und können durch eine Rückresorption – etwa wenn der Stuhlgang weniger als 1x täglich erfolgt – zu Beschwerden führen.

Es gibt verschiedene Methoden, deinen Darm zu reinigen:

1. Eine Reinigung mit Glauber- oder Bittersalz ist sehr effektiv, kann jedoch belastend für den Kreislauf sein. Sie sollte nur unter sachkundiger Aufsicht erfolgen, da einige chronische Leiden ausgeschlossen werden müssen und die Menge des Salzes individuell berechnet werden sollte.
Wichtig ist es, direkt nach der Einnahme 1,5 – 2 l Wasser zu trinken.

2. Eine einfache Methode, die jeder selbst ausüben kann, ist die Reinigung mit einem sogenannten Klyso.

Klyso

Hierbei wird im Stehen mittels einer Ventilpumpe ca. 500 ml warmes Wasser in das Rektum gepumpt. Nach Möglichkeit soll dabei auch der Bauch massiert werden. Die Toilette sollte in der Nähe sein.
Ein Darmbad mit dem Klyso sollte 1-3 mal täglich bis zu 6 Wochen am Stück durchgeführt werden.
Bei der Reinigung mit dem Klyso wird allerdings nur der letzte Dickdarmabschnitt – das Rektum – gereinigt.

3. Besser sind klassische Einläufe – oder schöner ausgedrückt: Darmbäder – mit einem Irrigator und einem ca. 30 cm langem Darmrohr. Dabei werden ebenfalls längst nicht alle Teile des Darms gereinigt, jedoch reicht das Darmrohr bis über die erste Biegung des Dickdarms, wobei auch mindestens der obere horizontal verlaufende Abschnitt mit dem einlaufenden Wasser versorgt wird.
Das Darmbad kann in verschiedenen horizontalen Positionen getätigt werden. Wichtig ist, dass der Wasserbehälter erhöht aufgehangen wird. Je höher, umso schneller läuft das Wasser in den Darm ein.
Das Wasser sollte Körpertemperatur haben. Bauchmassagen und das Hin- und Herrollen sobald 1,5 – 2 l lauwarmes Wasser im Darm sind, begünstigen den Erfolg und sorgen für eine sehr weitreichende Reinigung.
Anwendung: 1-6 Wochen.

4. Wer sich eine sehr gründliche Reinigung gönnen möchte, dem rate ich zu einer Hydro-Colontherapie. Diese muss von einem geschulten Therapeuten vorgenommen werden. Dabei werden große Mengen Wasser durch deinen Darm geschickt. Gleichzeitig fließt in einem geschlossenen System verbrauchtes Spülwasser aus deinem Darm wieder ab.
Eine spezielle Bauchmassage sorgt dafür, dass sich besonders festsitzende Schlacken lösen.
In der Regel sind für einen maximalen Erfolg mehrere Termine nötig.

14. Nimm etwas ein – aber nicht irgendwas!

Ja, auch ich „erlaube“ die Linderung von Beschwerden, durch das Einnehmen bestimmter Substanzen, solange sie den Körper bei der Selbstheilung unterstützen und Symptome nicht einfach nur unterdrücken.

Heilerde, Zeolith und Bentonit werden vom Verdauungstrakt nicht resorbiert. Auf dem Weg von der Mundhöhle bis zum Darmausgang binden sie Gifte, Säuren und Bakterien.
Achte beim Kauf der Heilerde darauf, dass sie zum Einnehmen geeignet ist.

Zur Einnahme bestimmte Basenpulver enthalten bestimmte Mineralien, die überschüssige Säuren im Organismus neutralisieren. Viele Beschwerden entstehen durch eine erhöhte Säureflut. Es kann daher hilfreich sein, 1-2x tgl. einen Teelöffel Basenpulver einzunehmen.
Achte beim Kauf darauf, dass außer der Mineralien keine weiteren Zusatzstoffe, wie etwa Zucker, Süßstoffe, künstliche Aromen und Stärken enthalten sind. Die Auswahl ist dann leider nicht mehr besonders groß.
Meine Empfehlung ist das Dr. Jacob’s Basenpulver.*

15. Faste

Fasten ist ein guter Einstieg in ein neues Lebensgefühl. Aber du solltest dich mental darauf vorbereiten. Insbesondere, wenn du zum ersten Mal fastest, kann ein guter Coach eine hilfreiche Stütze sein. Bedenke, dass das Fasten immer ein freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung ist.

Auf deinem Weg in ein von Vitalität geprägtes Leben wünsche ich dir alles Gute!
Fragen, Anregungen oder Kritik zum Beitrag kannst du in der Kommentarbox unter diesem Beitrag loswerden. ich freue mich darüber!

 

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