Ich liebe die Zeit, wenn die regionalen Obst- und Gemüsesorten in und auf den Märkten wieder Einzug halten!

Die Vorteile von regionalem Obst und Gemüse liegen auf der Hand:

  • du kannst dich (teilweise) selbst versorgen
  • kurze Transportwege und weniger Verpackungsmüll schonen die Umwelt
  • kurze Transportwege garantieren maximale Frische, die Lebensmittel verlieren weniger an Vitalstoffen
  • kurze Transportwege sorgen außerdem für einen hohen Vitalstoffgehalt, da die Früchte lange an der Sonne und auf Muttererde reifen und nicht unreif gepflückt werden
  • kurze Transportwege machen eine Behandlung gegen Transportschädlinge und vorzeitiges Reifen von Früchten oder Austreiben von Wurzelgemüse überflüssig
  • du bekommst regionales Obst und Gemüse in vielen Hofläden frisch vom Feld oder Baum
  • du unterstützt kleinere Landwirtschaftsbetriebe in deiner Region
  • Qualitätsrichtlinien werden in Deutschland strenger kontrolliert
  • Deutsche Bio-Anbau-Verbände wie Demeter, Naturland und Bioland unterliegen strengeren Verordnungen als das EU-Bio-Siegel

Und so bereitest du deinen regionalen Frühlingssalat zu:

Streife einmal durch das Angebot deines Lieblingshändlers, schaue zu Sicherheit auf die Schilder oder frage nach der Herkunft und kaufe, was dich anspricht.

Zur Zeit könnten das sein:

  • Salatgurken
  • Tomaten
  • Radieschen
  • diverse Blattsalate
  • Rote Bete
  • Kohlrabi
  • Rettich
  • Frühlingszwiebeln
  • Champignons
  • Blumenkohl
  • Spargel
  • junger Spinat
  • Spitzkohl
  • Chicoree
  • evtl. schon Porree

Bitte achte auf Frische! Ich habe kein Problem damit nachzufragen, wann die Ware geliefert wurde. Im Optimalfall sollte sie am selben Tag geliefert worden sein.

Hinzu können noch Wildkräuter aus dem Garten oder von einem Spaziergang kommen (bitte nicht vom Straßenrand und auch nicht vom Feldrand, wegen Spritzmittelgefahr!):

  • Giersch
  • Vogelmiere
  • junge Löwenzahnblätter
  • Bärlauch (bis Mitte Mai)
  • Spitz- oder Breitwegerich
  • Brennessel
  • Taubnessel
  • Gänseblümchen
  • Echte Kamille
  • Kapuzinerkresse

Ein vollwertiger Salat sollte aus Blättern, Wurzelgemüse und Gemüsefrüchten bestehen. Der Blattanteil sollte dabei recht hoch sein, der Anteil an Gemüsefrüchten eher geringer.

Sprossen und Keimlinge sollten auch nicht fehlen.

Für eine ganze Salatmahlzeit solltest du etwa 500 g Gemüse verwenden.

Und so wird das Gemüse vorbereitet:

Blattsalate:

Trenne die Blätter vom Salatkopf (falls es ein Kopf ist), wasche sie gründlich unter fließendem nicht zu warmen Wasser und schleudere sie mit der Salatschleuder trocken. Es gibt auch diverse andere Methoden, aber ich bevorzuge eine Salatschleuder. Auf jeden Fall wird der Salat knackiger, wenn die Blätter trocken sind.
Solltest du Wildkräuter haben, kannst du diese ebenfalls gleich waschen und mitschleudern.
Kleine Salatblätter wie Rucola, Postelein oder junger Spinat können im Ganzen verwendet werden.
Kopfsalatblätter werden in Streifen geschnitten oder in Stücke gezupft.

Kohlrabi, rote Bete, Möhren:

Kohlrabi dünn schälen, rote Bete und Möhren nur waschen (nicht schälen!) und am besten raspeln.
Wenn du die Raspel nicht nach jeder Sorte abwaschen willst, achte darauf, dass du die rote Bete (falls vorhanden) als letztes raspelst, sonst wird alles rot und sieht dann nicht mehr so schön kontrastreich aus.
Eine schöne Variante ist es auch, diese Gemüse-Sorten mit einem Spiralschneider* in “Spaghetti” zu verwandeln. Das gibt ein tolles Mundgefühl und das Gemüse bleibt schön knackig!

Blumenkohl, Spitzkohl:

Nach dem Waschen entweder fein hobeln oder sehr fein schneiden. Prüfe bei Spitzkohl, ob die äußeren Blätter nicht zu wabbelig sind. In diesem Fall, entfernst du sie.

Gurken, Radieschen, Rettich:

Nach dem Waschen hobeln, raspeln oder zu Spaghetti drehen (siehe bei Kohlrabi, rote Bete, Möhren weiter oben).
Nicht schälen!

Tomaten:

Nach dem Waschen mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden.

Chicoree:

Nach dem Waschen längs vierteln. So lässt sich der etwas bittere innere Strunk am besten herausschneiden. Wer nichts gegen bitter hat, kann ihn auch drin lassen. Dann Chicoree einfach quer in feine Streifen schneiden.

Spargel:

Dünn schälen (es lohnt sich, dafür einen Sparschäler zu benutzen) und die holzigen Enden entfernen. Dann in 1-2 cm lange Stücken schneiden.

Frühlingszwiebeln, Porree:

Waschen und evtl. die äußere Schicht entfernen, wenn sie zu trocken ist. Dann in feine Ringe schneiden. Unbedingt auch das Grün davon verwenden!!!

Champignons:

Nicht waschen! Eventuelle Erdreste werden mit Küchenpapier entfernt.
Je nach Größe erst halbieren und dann in feine Scheiben oder etwas gröbere Stücke schneiden.
Frische Champignons erkennst du übrigens daran, dass sie an der Unterseite noch geschlossen sind.

Wildkräuter:

Ggf. waschen. Echte Wildkräuter-Fans essen eventuelle Blattläuse mit. Aber das ist Geschmackssache.
Auf jeden Fall würde ich die Blätter zumindest auf Schneckenschleim untersuchen.

Hast du deine Zutaten gut vorbereitet?
Dann gib alles bis auf eventuelle Blüten in eine Schüssel und vermenge es gut oder richte alles gut sortiert auf einer Platte oder einem flachen Teller an.

Blüten streust du am Ende als essbare Deko über den Salat.

Dazu reichst du ein selbst gemachtes Dressing.
Mein Favorit ist das Pesto-Dressing! Damit kann man nichts falsch machen und es ist – bis auf die Zitrone – ebenfalls regional.
Essen mehrere Personen vom Salat mit, kannst du auch verschiedene Dressings dazu reichen.

Frühlingssalat

Regionale Blattsalate und Wildkräuter sind die Basis und bekommen Biss, mehr Geschmack und mehr Wertigkeit durch Wurzelgemüse, Gemüsefrüchte und Sprossen. Essbare Blüten erfreuen das Auge.

 

Kleiner Insider-Tipp:

Auch wenn immer mehr Supermärkte schon zu Zeiten öffnen, wo mein Wecker sich noch weigert zu klingeln, bringt es in puncto Frische nicht viel, schon um diese Uhrzeit einzukaufen. Die (Bio-)Warenlieferung erfolgt in vielen Supermärkten nicht vor Öffnung der Geschäfte, sondern am frühen Vormittag. Und dann müssen die Waren auch erst mal in die Regale gelangen. Ein guter Zeitpunkt für Frische ist der spätere Vormittag bzw. die Mittagszeit. Das gilt zumindest für Bioläden und Bio-Supermärkte.
Auf freien Märkten kann das natürlich ganz anders sein.
Samstags bekommen vor allem kleinere Geschäfte oft gar keine Lieferung.

Viel Freude beim Auswählen, Zubereiten und Genießen!

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