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Kleine Begriffskunde

Auch wenn es für deine Gesundheit unerheblich ist, was der botanische Unterschied zwischen Nüssen, Mandeln, Kernen und Saaten ist, möchte ich der Vollständigkeit halber hierüber kurz Auskunft geben.

Haselnüsse, Walnüsse, Macadamianüsse, Esskastanien und Bucheckern gehören zu den echten Nüssen. D.h. sie wachsen in einer Schale, deren äußerer Fruchtkörper verholzt ist. Außerdem fallen sie in geschlossener Form vom Baum (oder werden so geerntet), weswegen Nüsse zu den Schließfrüchten gehören.

Cashewnüsse mit Frucht

Interessant! Cashewnüsse wachsen außerhalb ihrer Frucht

Mandeln, Peakankerne, Pistazien, Kokos- und Cashewnüsse hingegen gehören zu den Steinfrüchten. Ihr Kern – den wir essen – wird von einer holzigen Schale umschlossen und liegt inmitten eines meist weichen Fruchtfleischs.
Eine kleine Abweichung gibt es bei den Cashewnüssen, deren Kern außerhalb der Frucht – dem Cashew-Apfel – wächst.

Paranüsse gehören zu Kapselfrüchten. Ihr Fruchtfleisch ist verholzt und sie wachsen zusammen mit mehreren Früchten in Kapseln heran.

Erdnüsse gehören zu den Hülsenfrüchten, können sich aber gerne hier einreihen, da sie den Nüssen in puncto Vitalstoffgehalt in nichts nachstehen.

Zu den Saaten und Kernen gehören fetthaltige Samen, u.a. Lein-, Hanf-, Chia- und Sesamsaat, aber auch Sonnenblumen-, Pinien- und Kürbiskerne.

Samen sind Vitalstoff-Helden

Nüsse, Mandeln, Kerne und Saaten haben einiges gemeinsam:

Nüsse

Nüsse in abwechselnden Sorten gehören zum täglichen Speiseplan.

  • Sie sind Samen und dienen der Fortpflanzung der jeweiligen Pflanzen und somit der Erhaltung ihrer Art!
  • Nach dem sie von ihrer Mutterpflanze abgefallen sind oder geerntet wurden, gehen sie bei einer trockenen Lagerung in einen inaktiven Zustand über, in welchem sie mehrere Monate bis zu mehreren Jahren überleben können, d.h. keimfähig bleiben.

Durch bestimmte Bedingungen, wie Feuchtigkeit und Wärme (einige Samen müssen auch erst von Pflanzenfressern gegessen und wieder ausgeschieden werden), werden die getrockneten Samen aktiviert und es beginnt der Keimprozess und somit die Entstehung einer neuen Pflanze.
Bis die Wurzeln des Keimlings groß genug sind, um die Nährstoffe für das Wachstum und Überleben der Pflanze aus dem Boden zu beziehen, muss sich der Keimling aus seinen eigenen Reserven ernähren.
Das bedeutet, Mutter Natur hat dafür gesorgt, dass auf engstem Raum ein wahnsinnig hoher Anteil an Vitalstoffen zu finden ist.
Durch die Aktivierung der Samen mittels Feuchtigkeit in einer nicht zu kalten Umgebung, steigt der Vitalstoffgehalt sprunghaft auf das Doppelte bis zu zehnfache an!

In Nüssen, Mandeln, Kernen und Saaten finden wir beinahe alles, was es an Vitalstoffen gibt und was für das menschliche gesunde Dasein unentbehrlich ist:

Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Eisen, Zink, Selen, Vitamin E, Vitamin K, sehr viele B-Vitamine, Antioxidantien, Enzyme, Eiweiße bzw. hochwertige Aminosäuren, hochwertige und wichtige Fette, natürliche Kohlenhydrate u.v.m.

Somit sind Nüsse unentbehrlich bei der Heilung und Vorbeugung von Stoffwechselerkrankungen, deren Ursachen immer auch in einem Mangel an bestimmten Vitalstoffen zu finden sind.

Auch, wenn ich nicht gerade ein Fan von Studien bin, gibt es inzwischen mehrere Studien, in denen sich gezeigt hat, dass der Verzehr von ca. 30 g Nüssen und Mandeln pro Tag den Cholesterin-Spiegel senken kann. Auch soll lt. Studienberichten das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und somit z.B. Herzinfarkten und Schlaganfällen erheblich verringert werden.*

Nüsse gehören in die Alltagsernährung

Auch wenn du gesund bist, solltest du eine Hand voll Nüsse & co. – das sind etwa 25-35 g – täglich in deinen Speiseplan integrieren.

Hervorragend passen diese in das Frischkorngericht, was ohnehin täglich gegessen werden sollte.
Dabei solltest du unbedingt auf die Qualität achten!
Die beste Qualität hältst du in den Händen, wenn du selbstgeknackte Nüssen verwendest, da die schalenfreien Nusskerne, die im Handel angeboten werden, oft durch Rösten wärmebahandelt wurden, um das Knacken zu erleichtern, aber auch, um Gifte aus der Schale unschädlich zu machen, wie z.B. bei Cashew-Kernen. Zum Anderen bietet die Schale natürlich auch einen Schutz vor vorzeitigem Vitalstoff-Verlust.

Nun weiß ich selbst, dass es leider in unseren eng-getakteten Zeitplänen oft nicht möglich ist, Nüsse und Mandeln auch noch selbst zu knacken, zumal selbst einheimische Nuss-Sorten in der Schale im Handel nicht das ganze Jahr über zu bekommen sind, was auf schalenfreie Nusskerne seltsamerweise nicht zutrifft.
Wer die Möglichkeit hat, sollte jedoch gerne auf Nüsse in Rohkostqualität zurückgreifen, wie sie z.B. vom Anbieter Keimling auch online zu beziehen sind. Diese sind wesentlich teurer, aber dafür auch von höchster Qualität, da sie nicht wärmebehandelt und schonend geknackt wurden.

Aber auch, wenn diese Möglichkeit für dich nicht besteht, bitte ich dich, auf die Herkunft der Lebensmittel und die Philosohpie des Anbieters zu achten, da gerade die exotischen Nuss-Sorten, Mandeln, aber auch Samen wie Chia und Hanf nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen angebaut, geerntet und verarbeitet werden.
Die großen Preisunterschiede haben ihren Grund – den man übrigens auch schmecken kann!

Aber wie dem auch sei: weiche die Nüsse nach Möglichkeit vor dem Verarbeiten ein!

Nüsse und Allergien

Leider reagieren in unserem Kulturkreis immer mehr Menschen allergisch auf Nüsse, sodass einige schon gar nicht mehr in den Genuss dieser Vitalstoff-Helden kommen.
In einigen Fällen kann es helfen, Nüsse anzurösten. Manch einer verträgt sie zwar “roh” nicht, wohl aber in Gebäck. Vermutlich liegt das daran, dass die natürlichen “Fraßgifte” aus der Schale, mit denen sich die Frucht vor ihren Fraßfeinden schützt, in Spuren noch an der Frucht selbst sitzen. Wer empfindlich ist, kann darauf mit Reizung und Schwellung des Rachens und der Atmungsorgane reagieren. Auch Hautausschläge sind möglich.
Durch das Rösten werden diese unschädlich gemacht.
Aber auch chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel können allergieauslösend sein. Hier hilft der Test, ob die Lebensmittel in Bio-Qualität eventuell verträglicher sind.

Da Allergien aber u.a. häufig Ausdruck eines gestörten Stoffwechsels sind, müssen betroffene unbedingt auf ähnliche Vitalstoff-Spender zurück greifen, wie den Saaten oder Kernen!
Bei einer vollwertigen Ernährung ohne raffinierten Zucker, Auszugsmehlen und raffinierten Fetten sowie mit Vollkornprodukten, kaltgepressten Ölen und Mandeln, Kernen und Saaten, stehen die Chancen sehr gut, dass auch Nüsse irgendwann wieder konsumiert werden können!

Nüssen, Mandeln, und Saaten als Alternative zur Milch

Im Lebensmittelhandel gibt es inzwischen viele Alternativen zur Kuhmilch, denn Milchunverträglichkeiten sind auf dem Vormarsch und natürlich möchte die Nahrungsmittel-Industrie diesen Verlust durch Alternativen ausgleichen. Aber auch die Veganer sind auf dem Vormarsch und greifen gerne zu pflanzlichen Milchersatz-Produkten.
Lange Zeit standen hier nur Soja-Zubereitungen zur Verfügung. Gefolgt wurden diese von Drinks aus Hafer, Reis und Dinkel, später aus Mandeln. Inzwischen werden aber auch immer mehr Nüsse, wie Kokos-, Haselnuss-, Cashew- und Macadamia-Nüsse zu Drinks verarbeitet. Der Mineralstoff-Anteil ist dem der Kuhmilch ähnlich. Der Eiweißgehalt zwar geringer, dafür aber besser verdaulich und verträglich.

Leider werden diese im Handel erhältlichen Drinks zugunsten der Haltbarkeit dann erhitzt, und am Ende steht eine vitalstoffarme Konserve aus einem einst hochwertigen Lebensmittel im Supermarkt-Regal.

Dabei ist das Selbermachen gar kein Hexenwerk, sondern geht ganz einfach. Das Gute ist, dass du dafür einerseits alle möglichen in diesem Artikel genannten Lebensmittel nach Geschmack verwenden kannst.
Wie wäre es denn mit einem Hanf-Drink? Sein hoher Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in einem ausgewogenen Verhältnis ist insbesondere für das Gehirn eine willkommene Nahrung!

 

Für ca. 1/2 l benötigst du:

Hanf-“Milch” mit Datteln gesüßt und Chiasamen angedickt, ergibt zusammen mit leckerem Obst eine Power-Mahlzeit!

  • 200 g Nüsse, Mandeln, Kerne oder Saaten
  • 600 ml Wasser

Nüsse, Mandeln, Kerne und Saaten werden über Nacht in etwas Wasser eingeweicht.
Hanfsamen müssen vor dem Einweichen ganz kurz angeschrotet werden.

Das Einweichwasser wird weggeschüttet (außer bei Hanfsamen), der Rest kommt in einen guten Mixer mit etwas frischem Wasser (ca. 150 ml) und wird eine Weile glattgemixt.

Dann kommt der Rest Wasser dazu und es wird noch mal eine Weile (max. 2 min) gemixt.

Am besten, wartest du jetzt eine Weile, bis sich der Satz abgesetzt hat. Dann gießt und streichst du alles durch ein Haarsieb. Im Handel gibt es auch Nussmilchbeutel, die ebenfalls prima geeignet sind, um die feste Masse von der “Milch” zu trennen.

Du kannst auch mit der Konsistenz experimentieren. Magst du es cremiger oder dickflüssiger, verwende einfach weniger Wasser.
Magst du es süßer, gib einfach ein paar eingeweichte Datteln mit in den Mixer.
Gewürze wie Zimt und Vanille geben dem Drink eine exotische Note.

Der Drink ist im Kühlschrank mindestens 3 Tage haltbar.

Den Trester kannst du übrigens in Broten verarbeiten oder auch in dein nächstes Frischkornmüsli geben. Er ist keineswegs “ausgelutscht”, sondern enthält ebenfalls noch viele wertvolle Inhaltsstoffe!

Lass es dir schmecken!

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Quellenangaben:
*https://bmcmedicine.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12916-016-0730-3
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/cashewkerne.html
http://www.oeko-fair.de/clever-konsumieren/essen-trinken/nuesse/was-sind-nuesse/was-sind-nuesse2
http://www.ralf.bohlmann.com/powerfood1

 

 

 

 


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