Als Rohkost oder Frischkost werden die Lebensmittel bezeichnet, die naturbelassen sind oder durch eine sanfte mechanische oder physikalische Behandlung naturbelassener Lebensmittel gewonnen wurden.
Dabei wird darauf geachtet, dass die Lebensmittel ausschließlich Temperaturen von unter 42 °C ausgesetzt werden.

Zurück zur Natur

Rohkost ist die Kostform, die uns die Natur von Menschheitsbeginn an zur Verfügung gestellt hat.  Mit ihr hat die Menschheit – ganz ohne pharmazeutische Industrie und Krankenkassen – viele tausend Jahre existiert.
In dem Maße, wie die Lebensmittel immer stärker und von ihrer Ursprungsform weg behandelt wurden, stieg stets die Zahl und Schwere der Krankheiten.
Heute sind wir in einer Zeit angekommen, wo die Menschheit zwar teilweise alt, dafür aber von unzähligen unheilbaren Krankheiten heimgesucht wird. Immer mehr menschlicher Nachwuchs wird in Reagenzgläsern gezeugt.
Und wir würden bald aussterben, wenn im selben Maße, wie die industrielle Herstellung von Nahrungsmittel voranschreitet, nicht auch die Medizin und Pharmazie Fortschritte vorzuweisen hätte.

So stehen wir also vor der Wahl:

Möchten wir uns mit all den “leckeren” und “das Leben leichter machenden” Fix- und Fertigprodukten, Fleisch- und Wurstprodukten, Getränken, Milchprodukten, super-fluffigen Brotkreationen, Kuchen, Süßigkeiten usw. weiterhin den Bauch vollschlagen und zu jeder Mahlzeit ein paar Pillen schlucken oder gar eine Spritze setzen, oder wollen wir ein weitestgehend unabhängiges Leben von Medizin- und Pharma-Industrie führen und dafür eventuell ein paar lieb gewonnene Gewohnheiten ändern?

Inzwischen gibt es eine immer größer werdende Zahl an sogenannten Rohköstlern auf dem ganzen Globus. Insbesondere findet man sie in den hoch entwickelten Ländern aller Kontinente.

Ihnen ist nicht entgangen, was auf der Erde mit der Menschheit passiert, seit Nahrungs- und Pharma-Industrie die Zügel in der Hand halten.
Durch eine konsequente Ernährung mit unerhitzten und naturbelassenen Lebensmitteln boykottieren sie nicht nur die Machenschaften dieser Industriezweige, sondern profitieren gesundheitlich in hohem Maße davon.

Was Rohkost so gesund macht

Leckerer Rohkost-Teller

Das Auge isst mit! Rohkost-Gerichte sind alles andere als langweilig.

Sämtliche chronische Krankheiten, sofern sie nicht angeboren oder durch Unfälle verursacht wurden, sind – man mag es kaum glauben –

Mangelerkrankungen! Auch wenn unsere Tische heutzutage reichlich gedeckt sind und wir oftmals größere Mengen essen als und gut tun, leiden wir unter einem flächendeckenden Nährstoffmangel. Denn die meisten Nahrungsmittel sind lediglich Füllstoffe, aber keine Nährstoffspender! Aber diese “Füllmittel” benötigen für die Verstoffwechslung reichlich Vitalstoffe.
Nur, woher nehmen, wenn nicht stehlen?!
Zum Glück ist unser Körper immer auf das Überleben ausgerichtet und kann kurze “Notzeiten” gut überbrücken. Es gibt somit Nährstoffdepots, die bei einer naturbelassenen Ernährung regelmäßig aufgefüllt werden. Leider sind diese aber bei den meisten Menschen in unserem Kulturkreis ebenfalls leer! So muss er improvisieren und buchstäblich an die Substanz gehen. Er muss stets und ständig abwägen, wo er etwas weglassen oder wegnehmen kann, ohne existentiellen Schaden anzurichten, dafür aber lebensbedrohliche Zustände zu vermeiden.

Haarausfall ist zwar unschön, aber nicht lebensbedrohlich. Ebenso verhält es sich mit Karies. Hautpilze und -ausschläge jucken, aber man kann mit ihnen leben. Genauso mit Allergien. Osteoporose kann gefährlich werden, aber was hat der Körper für eine Wahl, wenn die Pilze lediglich mit Medikamenten vertrieben werden, statt den Organismus mit Vitalstoffen aufzufüllen?! usw.

Wer sich ausschließlich rohköstlich ernährt, nimmt schon mal keine “Vitalstoffräuber” zu sich.
In naturbelassenen und rohen Pflanzenteilen stecken alle Vitalstoffe in unterschiedlichen Mengen, die unser Stoffwechsel zum ordnungsgemäßen und gesunden Funktionieren braucht.

Zu den Vitalstoffen gehören sämtliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Enzyme sowie die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die so heißen, weil man sie immer schon als zweitrangig – also nicht ganz so wichtig – betrachtete. Aber das ist keinesfalls so! Faserstoffe, Saponine, Farb– und Aromastoffe haben wichtige Funktionen, die mit Sicherheit bisher noch nicht vollständig erforscht sind.
Auch ist noch längst nicht klar, ob es nicht noch ein paar wichtige Vitamine gibt, die unsere emsigen Forscher noch nicht gefunden haben.

Genauso wichtig wie die Menge der Vitalstoffe ist auch deren Verhältnis. Frische naturbelassene Lebensmittel bringen die Vitalstoffe in genau der Kombination mit, wie sie der Organismus braucht, um genau diese Lebensmittel wieder zu verstoffwechseln. Er muss nicht auf Reserven zurück greifen. Im Idealfall bleiben sogar noch Reserven übrig, die in Depots wie dem Fettgewebe und der Leber gespeichert werden.
Leider sind jedoch auch viele kultivierte Obst- und Gemüsepflanzen heutzutage mehr auf Masse als auf Qualität gezüchtet. Besonders bei den Obstfrüchten schmecken wir oft nur noch Süße und immer weniger den Urgeschmack. Aber auch Radieschen, Gurken und Tomaten z.B. haben zu bestimmten Zeiten – wenn sie nämlich in Gewächshäusern unter künstlichem Licht und mit viel künstlichem Dünger gezüchtet werden, kaum Geschmack.
Es ist der Geschmack, der uns die Qualität und den Vitalstoffgehalt verrät.

Rohkost im Alltag

Rohkost sollte täglich in abwechslungsreicher Form auf deinem Speiseplan stehen.
Für eine gesunde Lebensweise ist es jedoch nicht nötig, zum Rohkost-Fanatiker zu werden. Folgende Regeln tragen maßgeblich zu einer gesunden Lebensweise bei:

  • Der Rohkost-Anteil sollte mindestens ein Drittel der täglichen Gesamtnahrung ausmachen.
    Salat mit Sprossen

    Sprossen und Mikrogrün toppen den Salat optisch und inhaltlich!

  • Davon sollten 2 Drittel Gemüse in Form von Salaten und maximal ein Drittel in Form von frischem Obst genossen werden.
  • Rohkost sollte stets als erstes gegessen werden, wenn sie in einer Mahlzeit mit erhitzter Kost kombiniert wird.
  • Da sich in den meisten Obst- und Gemüsesorten vorwiegend die wasserlöslichen Vitamine befinden, ist es nötig die fettlöslichen Vitamine in Form von (geriebenen) Nüssen, Ölsaaten, Kernen, kalt gepressten Ölen oder frischer Sahne als Salatzutaten oder in Rohkostgerichten zu sich zu nehmen.
  • Die Obst- und Gemüsesorten sollten sehr abwechslungreich sein; beim Gemüse sollten im Laufe des Tages alle alle Teile, aus der eine Pflanze besteht – Wurzel/Knolle, Blätter, Früchte – verzehrt werden (z.B. Tomatensalat mit Zwiebeln und Kopfsalat).
  • Frische Kräuter sorgen nicht nur für einen würzigeren Geschmack, sondern auch für eine Extra-Portion Vitalstoffe. Diese benötigen wir, um Vitalstoffverluste durch Überzüchtungen und lange Transportwege auszugleichen.
  • Sprossen und Mikrogrün (z.B. Kresse, Alfalfa-Sprossen) toppen deinen Salat und sind natürliche Nahrungsergänzungsmittel.
  • Schonend getrocknetes Obst und Gemüse zählt ebenfalls zur Rohkost. Trockenfrüchte sind die Naschereien der Vollwertkost.
  • Bei der Auswahl von frischem Obst und Gemüse solltest du stets auf regionale Ware achten.

Von den Zutaten, die gerade Saison haben, und somit auch keine langen Transportwege hinter sich haben, profitiert dein Organismus am meisten. Aber selbstverständlich kannst du auch Ananas, Avocados, Kokosnüsse, Bananen und Süßkartoffeln als willkommene Abwechslung genießen. Sie liefern dir ebenfalls Kraft und Gesundheit.

Ist Rohkost für Babys geeignet?

Baby mit Rohkost

Auch Babys sollten Frischkost essen!

Kocht der Elefant seinem Kälbchen das Gras?
Wäre die Menschheit nicht schon längst ausgestorben, wenn Rohkost für Babys gefährlich wäre? Menschen gibt es schließlich länger als Kochtöpfe!

Die allgemeine Empfehlung – von wem auch immer!!! – lautet, dass Babys im ersten Lebensjahr keine Rohkost zu sich nehmen sollen.
Das ist natürlich Quatsch! Als Gründe werden hierfür eine schlechte Verdaulichkeit angegeben. Dabei befinden sich gerade in der Rohkost so viele Enzyme, die auch als “Zündkerzen der Verdauung” bezeichnet werden können. Enzyme reagieren jedoch so sensibel auf Hitze, so dass sich in gekochter Nahrung kaum noch Enzyme befinden und somit die Verdauung gekochter Nahrung dem Baby eher zu schaffen machen wird.

Natürlich sollte das Baby Stück für Stück an die feste Nahrung herangeführt werden. Aber wenn man das Baby machen lässt, wonach ihm ist,

passiert das von ganz alleine.
Im Idealfall wird das Baby solange gestillt (mit roher Muttermilch), bis es alles selbständig essen kann und davon satt wird. Das ist meistens um das 1. Lebensjahr herum. WAS das Baby zu sich nimmt, hängt von dem Angebot ab. Greifen die Eltern gerne zu rohen Apfel- oder Möhrenstückchen, wird auch das Baby bald neugierig darauf. Die ersten Zähnchen erlauben das Abschaben dieser Speisen. Auf diese Weise bekommt das Baby nicht mehr als es vertragen kann.
Wenn du Obst oder rohes Gemüse pürierst, fange auch hier mit kleinen Mengen an. Ein Löffelchen frisch gepresster Möhrensaft tut es für die Einführung in die Beikost zunächst auch.

Wird künstliche Flaschennahrung gefüttert, empfehle ich eine schnellere Einführung von vollwertiger Beikost mit einem hohen Rohkostanteil, denn Kunstnahrung ist ein Laborprodukt. Auch wenn die Hersteller es immer wieder behaupten: Muttermilch kann nicht nachgebaut werden! Nichts aus der Natur kann nachgebaut werden! Denke daran, dass noch längst nicht alles aus der Muttermilch erforscht ist!
Die künstliche Milch mag dein Baby zwar vor dem Verhungern in den ersten Lebensmonaten retten, sollte aber so schnell es geht durch naturbelassene Alternativen ersetzt werden, da sie deinem Baby Energie und Vitalstoffe raubt.

Rohkost als Heilnahrung

Bei vielen chronischen Erkrankungen, wie z.B. Rheuma, Asthma, Allergien, Hauterkrankungen, Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen, Infektanfälligkeit, Übergewicht und Diabetes mellitus birgt ein mehrwöchiger konsequenter Verzehr von Roh- bzw. Frischkost wahre Wunder in sich. Nicht nur das Versorgen der Organe mit Vitalstoffen, sondern auch die Tatsache, dass rohe Pflanzenfasern Schadstoffe und Gifte im Verdauungstrakt binden, die u.a. auch durch ungesunde Mikroorganismen produziert werden, hilft deinem Organismus bei der Heilung.
Bereits nach 6 Wochen geht es den meisten Betroffenen um so vieles besser, dass sie neue Kraft und Hoffnung schöpfen und sich fortan weiterhin bewusst ernähren möchten.
Wirksam unterstützt werden kann dieser Prozess durch (vorausgegangenes) Heilfasten mit einer konsequenten und täglichen Darmreinigung.

Kommt Heilfasten für dich gerade nicht in Frage, empfehle ich dennoch eine mehrwöchige 100 %ige Rohkosternährung, bei der regelmäßig Darmspülungen (anfangs täglich, nach zehn Tagen wöchentlich) durchgeführt werden sollten.

Als zentrale Heilspeise solltest du zusätzlich täglich ein Frischkorngericht zu dir nehmen. Seine rohen – geschroteten oder gekeimten –  Getreidekörner sind reich an Faserstoffen und B-Vitaminen, die u.a. beim Kohlehydrat-Stoffwechsel eine zentrale Rolle spielen.

Nach dem Abklingen der Symptome solltest du dich weiterhin noch mindestens 4 Wochen rein rohköstlich ernähren und dann nur langsam den Anteil erhitzter Kost erhöhen.
Natürlich soll deine gesamte Nahrung ab sofort ohne die Vitalstoffräuber raffinierten Zucker, Auszugsmehle und raffinierte Fette auskommen!
Je nachdem wie schwer und lange dich deine Krankheit geplagt hat, empfehle ich, den Rohkost-Anteil in deiner Ernährung für einige Jahre bei mindestens 50 % zu belassen.

Fazit

Viel Abwechslung im Essen sieht nicht nur lecker aus, sondern ist besonders gesund.

Roh- oder Frischkosternährung ist – grobstofflich gesehen – die gesündeste Ernährungsform auf Erden.
Rohe Nahrung enthält weitestgehend alle Vitalstoffe, die der Organismus zum Verstoffwechseln dieser benötigt. Rohkost raubt dem Organismus nichts, sondern liefert im günstigsten Fall auch noch ein paar Reserven.

Bis auf ein paar unlogische Ernährungsvorschriften, die aus uralten Lehrbüchern stammen, spricht nichts gegen eine Ernährung mit Frischkost bei Babys.
Im Gegenteil: sie ist auch für Babys besonders bekömmlich und gesund!

Zur Rohkost gehört nicht nur Obst und Gemüse.
Nüsse, Ölsaaten, Kerne und kalt gepresste Öle zählen ebenfalls dazu. Du  solltest sie mit Obst und Gemüse kombinieren, um auch ausreichend fettlösliche Vitalstoffe aufzunehmen.

Da die meisten chronischen Krankheiten ihre Ursachen in einem Vitalstoffmangel und einer ungesunden Darmflora haben, bietet sich eine reine Rohkosternährung über mehrere Wochen hinweg als Heilnahrung an.
Darmspülungen und/oder Heilfasten begünstigen den Heilungsprozess.

Alles Gute für deine Gesundheit!

Signatur


Quellenangaben:
http://www.vegetarische-initiative.de/rohkost.htm#rohkost_urnahrung
Dr. M. O. Bruker & I. Gutjahr “Biologischer Ratgeber für Mutter und Kind”
A. Fischer “Das große Rohkostbuch”
Roh Vegan am Limit
http://www.dierohkostlinge.de


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