Warum Homöopathie?

Eine homöopathische Reiseapotheke passt in jedes Reisegepäck.

In Anbetracht der Tatsache, dass die regelmäßige Anwendung von schulmedizinischen Arzneimitteln einer der Hauptgründe dafür ist, dass chronische Krankheiten überhaupt erst entstehen bzw. es zu immer mehr Leiden kommt, halte ich es für absolut notwendig, sich mit alternativen Heilmethoden zu befassen, ganz besonders, wenn du bereits selbst chronisch erkrankt bist.
Aber auch, für den Fall, dass akute Krankheiten etwas mehr Unterstützung bei der Heilung brauchen oder du ein Kind hast, was möglichst “clean” aufwachsen soll, lade ich dich dazu ein, dich mit Heilmethoden jenseits der Schulmedizin zu befassen.

Denn, was macht die Schulmedizin?
Sie unterdrückt in der Regel Krankheitssymptome ohne die zugrunde liegende Krankheit zu heilen. Einmal Blutdrucksenker, immer Blutdrucksenker! Einmal Schilddrüsenhormone, immer Schilddrüsenhormone! Einmal Kortison, immer Kortison! Meistens jedenfalls!
Dabei hat jede Krankheit ihren Sinn und will beachtet uns ernst genommen werden! Ernst genommen nicht in dem Sinne, dass sie regelmäßig gepflegt wird. Vielmehr sollte geschaut werden, woher sie kommt und möglichst die Ursachen beseitigt werden, ohne weiteren Schaden anzurichten.

Es gibt viele alternative Heilmethoden, die die Krankheit bei der Wurzel anpacken und dem Körper helfen, sich selbst zu heilen. Und wenn du bereits deinen Weg gefunden hast und dieser nicht Homöopathie heißt, dann ist das ebenso phantastisch. Denn ich bin überzeugt davon, dass die meisten Heilmethoden, die nicht auf die reine Symptom-Bekämpfung aus sind und immer den ganzen Menschen und nicht nur das einzelne erkrankte Organ oder Körperteil betrachten, ihre Berechtigung haben und funktionieren, wenn man sie richtig anwendet.

Ich habe mich vor vielen Jahren für die Homöopathie entschieden, nachdem ich – obwohl ich damals nicht wirklich daran glaubte, dass es funktionieren könnte – ein wahres Wunder erlebte.
Ich hatte eine Magenschleimhautentzündung, die sich bereits über Monate hinweg zog und mich im Alltag sehr schwächte. Seit Monaten hatte ich ständig Übelkeit, ständig Schmerzen, aß kaum etwas und wenn, dann nur Schonkost – zumindest das, was Ärzte als “Schonkost” empfahlen.
Dann traf ich durch Zufall auf eine Heilpraktikerin, die gerade in einer Homöopathie-Ausbildung steckte. Sie bemerkte, dass es mir nicht besonders blendend ging und bat mich, um mein Einverständnis für eine homöopathische Behandlung. Ich tat ihr den Gefallen – mit wenig Hoffnung. Nachdem sie mir 10 Minuten lang Fragen stellte, kramte sie aus ihrer dicken homöopathischen Taschenapotheke ein Fläschchen mit Globuli heraus. Ich nahm eins davon sofort und ein weiteres wickelte ich mir für den nächsten Tag in etwas Papier ein. Noch am selben Abend kehrte mein Appetit zurück. Übelkeit und Schmerzen gingen zurück und waren am nächsten Tag wie weggeblasen! Die Magenschleimhautentzündung hatte sich für immer verabschiedet.

Mein Interesse war geweckt und ich beschäftigte mich mehr und mehr mit der Thematik und absolvierte schließlich ein 3jähriges Homöopathie-Studium an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin.

Das Gute an dieser Heilmethode ist aber, dass sie in akuten Situationen jeder anwenden kann, der ein bisschen Beobachtungsgabe hat und es schafft, den Fokus nicht nur auf die betroffene Körperstelle zu richten.
Außerdem benötigt sie keine teuren und kompliziert zu bedienenden Geräte und ist an sich eine kostengünstige Heilmethode. Die Arzneien, die es sowohl in flüssiger Form gibt, als auch als kleine Kügelchen (Globuli), die aus Rohrohrzucker als Trägersubstanz bestehen, sind leicht einzunehmen und werden auch von Kindern gut toleriert.
Lediglich ein gutes Buch solltest du dir dafür in den Schrank stellen (oder auf deinen E-Book-Reader laden), wo du jederzeit das passende homöopathische Mittel für dein Anliegen nachschlagen kannst. Buchempfehlungen gebe ich am Ende des Beitrags.
Inzwischen gibt es auch Apps, welche ich allerdings nur empfehle, wenn du bereits etwas Erfahrung mit der homöopathischen Beobachtung hast.

Aber beginnen wir mit den Kernfragen:

Was ist Homöopathie?

Der Begriff Homöopathie bedeutet wörtlich übersetzt: “ähnliches Leiden”.

Die Homöopathie wurde von dem deutschen Arzt, Chemiker und Schriftsteller Samuel Hahnemann (10. April 1755 – 2. Juli 1843) eher zufällig entdeckt, als er die Arzneimittellehre des schottischen Mediziners William Cullen übersetzte, und darauf stieß, dass die Rinde des Chinabaums Fälle vom Malaria geheilt haben soll. Während Cullen dieses auf eine angeblich magenstärkende Eigenschaft dieser natürlichen Arznei zurückführte, begab sich Hahnemann sogleich in einen Selbstversuch und stellte fest, dass die Einnahme der puren Chinarinde, beinahe dieselben Symptome hervorrief, wie die gefürchtete Erkrankung Malaria.
Seine Eingebung war daraufhin, dass eine Substanz, die ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufe wie eine bestimmte Krankheit,  eben jene Substanz genau diese Krankheit heilen könne.
Es war jedoch klar, dass nicht alle Substanzen unverdünnt eingenommen werden durften – seien sie auch noch so natürlich!

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.“ (Paracelsus)

So begann Hahnemann, sämtliche Substanzen zu verdünnen – teilweise so stark, dass nach wissenschaftlichen Regeln der Ausgangsstoff in den Verdünnungen nicht mehr nachzuweisen war. Zunächst begann er seine Tests in Selbstversuchen, später testete er an seiner Familie und schließlich an Patienten diese verdünnten Arzneien. Mit Erfolg! Er beobachtete, dass diejenigen Arzneien, die am stärksten verdünnt worden waren, besonders tief in das Wesen der Patienten eindrangen und somit nicht nur rein körperliche Symptome heilten, sondern auch geistige Eigenarten und Psychosen.
Durch Zufall entdeckte er eine Verstärkung der Heilwirkung, wenn die verdünnten flüssigen Arzneien ordentlich durchgeschüttelt wurden (damals war man noch oft in Pferdekutschen auf unebenen Wegen unterwegs). Hahnemann stellte anschließend besondere Regeln zur Herstellung homöopathischer Arzneien auf, wonach die Substanzen, welche aus dem Pflanzen- Tier- oder mineralischen Bereich stammen, heute noch verdünnt und gleichzeitig durch Schütteln oder kräftiges Verreiben potenziert/dynamisiert werden.

Wie wirkt Homöopathie?

Auf Kügelchen (Globuli) aus Rohrohrzucker befindet sich die Information des Ausgangsstoffes.

Eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkungsweise der auf diese Weise hergestellten Arzneien gibt es bis heute nicht.
Naturwissenschaftler machen sich die Erklärung einfach – nach dem Motto, was ich nicht weiß, kann auch nicht sein – indem sie behaupten, die Wirkung beruhe auf einem Placebo-Effekt und sei rein psychologisch.
Dieser Meinung widerspricht jedoch die Tatsache, dass Homöopathie auch bestens bei Babys und Tieren wirkt! Außerdem müsste nach dieser Behauptung ja jedes Mittel in jeder willkürlich gewählten Potenz in jedem Fall helfen. So einfach ist es aber nicht, denn nur bestimmte Arzneien haben bestimmte Affinitäten zu bestimmten Patienten und Krankheiten!

Homöopathen erklären sich das Phänomen so, dass durch das ständige Verreiben, Verschütteln und Verdünnen der “Geist” der Ausgangssubstanz auf das Trägermaterial (Milchzucker, Alkohol, Wasser) übergeht und sich somit in dem Verdünnungsmedium bestimmte und ganz individuelle Informationen befinden, die auch nur in bestimmten Energiefeldern (bestimmte Krankheiten, bestimmte Konstitution, bestimmte Aura des Menschen) ihre Wirkung zulassen.

“Wenn ein Chemiker die homöopathische Arznei untersucht, findet er nur Wasser und Alkohol; wenn er eine Diskette untersucht, nur Eisenoxid und Vinyl. Beide können jedoch jede Menge Informationen bergen.”
(Dr. Peter Fisher, Forschungsleiter am Royal London Homeopathic Hospital)

Die Erstreaktion bei der homöopathischen Behandlung

Mit Homöopathie können wir dem erkrankten Körper dabei helfen, schneller mit der Krankheit fertig zu werden.
Vielleicht hast du schon mal von der sogenannten Erstverschlimmerung gehört, die nach der Einnahme einer homöopathischen Arznei auftreten kann? Ich bevorzuge hierfür den Begriff Erstreaktion.
Diese ist ein deutliches Zeichen dafür, dass dein Körper mit voller Kraft und Energie den Heilungsverlauf deutlich beschleunigt. Denn meiner Ansicht nach, sind die uns plagenden Symptome lediglich Heilungsvorgänge, die jetzt noch etwas kräftiger werden, dafür aber die Heilungsphase und somit die Krankheit deutlich verkürzen. D.h. diese Art von “Nebenwirkungen” gehen restlos vorüber und sind nützlich! Erfahrene Homöopathen können durch die Wahl der richtigen Potenz dafür sorgen, dass solche Reaktionen minimiert werden und trotzdem Heilung passiert, was besonders bei Krankheiten des Gemüts, aber auch bei Schmerzzuständen von großer Wichtigkeit ist.
In Ratgebern zur homöopathischen Selbstbehandlung werden aus demselben Grund nur niegrige Potenzen (D1 – D12) aufgeführt. Diese müssen lediglich öfter eingenommen werden als Hochpotenzen (ab D30/C30), vermindern aber das Risiko einer starken Erstreaktion, die den Laien, der nicht von einem Homöopathen begleitet wird, veranlassen könnte, dennoch nach schulmedizinischen Mitteln zu greifen und somit den Heilungsverlauf zu stören.

Die homöopathische Mittelfindung

Die Homöopathie wirkt ganzheitlich. Dementsprechend wird das homöopathische Mittel weniger nach den lokalen Symptomen ausgesucht, sondern insbesondere der Gemütszustand, der mögliche Auslöser der Erkrankung und bestimmte Modalitäten sind mittelweisend.

Eine Selbstbefragung ist bei der Selbstbehandlung deshalb sehr wichtig!

Fragen können z.B. sein:

  • Was könnte die Ursache der Erkrankung sein?
  • Traten die Symptome plötzlich auf oder kündigten sie sich über mehrere Tage an?
  • Wann ist die Symptomatik schlimmer: morgens, tagsüber, abends, nachts, im Freien oder im Zimmer?
  • Wann ist es besser?
  • Habe ich ein Verlangen nach Wärme oder Kälte?
  • Wie sehen eventuelle Sekrete aus?
  • Tut mir Bewegung gut oder Ruhe?
  • Mag ich in Gesellschaft sein, oder lieber alleine?
  • Was habe ich noch für Beschwerden?
  • Wie ist mein Allgemeinbefinden?
  • Wie ist meine Stimmung? Wie war meine Stimmung in den letzten Tagen?
  • Hat mich etwas geärgert, wütend oder traurig gemacht?

… usw.

Das Ziel ist es, ein homöopathisches Einzelmittel zu finden. Solltest du dich zwischen 2 oder mehreren Mitteln nicht entscheiden können, solltest du dich nach folgender Hierarchie der Symptome richten (gilt nur für die Behandlung akuter Beschwerden!):

  1. Der Auslöser (soweit bekannt): kennen wir den Auslöser einer akuten Erkrankung (z.B. Zugluft, Unfall, Kränkung) ist dieser unser stärkstes Leitsymptom und alle anderen Symptome können fast vernachlässigt werden bzw. dienen als sogenannte Bestätigungssymptome.
  2. Der Gemütszustand: sollte der Auslöser nicht erkennbar sein, richten wir den Fokus auf den derzeitigen Gemütszustand, aber auch auf die Gemütsverfassung der letzten Tage vor der Krankheit und schreiben dieser eine größere Bedeutung als den lokalen Symptome zu.
  3. Das Allgemeinbefinden und allgemeine Symptome: Hierzu zählen Ruhelosigkeit, starke Abgeschlagenheit, Schwäche oder auch ein zur Krankheit nicht passendes auffällig gutes Allgemeinbefinden sowie auch die Farbe und Beschaffenheit von Sekreten
  4. Die Modalitäten: was bessert unsere Beschwerden, was macht alles schlechter? Ob Wärme, Kälte, frische Luft, Ruhe, Gesellschaft, Bewegung, Liegen, Sitzen …, aber auch Verbesserungen oder Verschlechterungen zu bestimmten Tageszeiten sowie bestimmte Vorlieben für oder Abneigungen für oder gegen Speisen und Getränke sind sehr wertvolle Hinweise.
  5. Die lokalen Symptome (z.B.Ort und Art der Beschwerden, wie z..B. stechende Brustschmerzen, wunde Nase, Husten mit/ohne Auswurf, Rückenschmerzen) spielen im Gegensatz zum schulmedizinischen Ansatz nur eine untergeordnete Rolle, da sie nur die Schwachstelle des Körpers sind, an dem die eigentliche Krankheit, die viel tiefer liegt, sichtbar wird.

Sollte dennoch eine Unsicherheit in Bezug auf das richtige Mittel bestehen, beginne einfach mit einem Mittel, was sich in der engeren Auswahl befindet und beobachte den Heilungsverlauf über mehrere Stunden hinweg. Gibt es weder eine Erstreaktion (auch Fieber und Schlafen sind Heilungsreaktionen!!!), noch eine Besserung des Allgemeinbefindens nach 2 Stunden, war das Mittel vermutlich falsch und du fährst mit einem anderen Mittel fort.

Homöopathische Komplexmittel

Kaum erfuhr die Homöopathie in den 90er Jahren einen Aufschwung, versuchte sogleich die Pharmaindustrie auf diesen Zug aufzuspringen und es kamen zahlreiche homöopathische Komplexmittel auf den Markt, die es den Anwendern, insbesondere aber auch den Apotheken-Mitarbeitern einfach machen sollten. Selbstbeobachtung und -befragung sollte überflüssig werden, indem z.B. verschiedene homöopathische Arzneien, die häufig bei bestimmten Krankheitsbildern halfen, in einer Lösung oder Tablette zusammengemixt wurden. Da gab es dann – ganz nach schulmedizinischen Gedanken – ein homöopathisches Mittel für Magenbeschwerden, eins für Migräne, eins für Schnupfen, für Husten, Durchfall usw.

Auch viele Ärzte begannen auf diese Weise, Homöopathie zu verordnen, da es gerade modern war, hatten aber nicht wirklich Ahnung davon, geschweige denn die Zeit, einen Patienten so ausführlich zu befragen und zu beobachten.

Heute frage ich mich, ob solche Mittel nicht eher dazu dienen, zu beweisen, dass Homöopathie nicht helfen würde, denn natürlich helfen diese “Gießkannenmittel” nicht, da sie einerseits nur auf die lokalen Symptome ausgerichtet sind und sich andererseits in ihrer Wirkung gegenseitig behindern.
Menschen, die auf diese Weise schlechte Erfahrung mit Homöopathie machen mussten, halten vermutlich für den Rest ihres Lebens nichts mehr von dieser sanften und wirksamen Heilmethode.

Deshalb: Finger weg von Komplexmitteln!

Die Grenzen der Homöopathie

Chronische Erkrankungen sollten immer durch einen erfahrenen Homöopathen behandelt und begleitet werden!
Auch Infekte, die du zwar im Akutfall gut selbst behandeln kannst, die aber immer wieder kehren, sollten von einer Fachfrau oder einem Fachmann behandelt werden.

Homöopathie ist eine Heilkunst, aber keine Zauberkunst!
Die persönlichen “Sünden” der letzten Jahrzehnte kann sie ebenso wenig wegzaubern und ungeschehen machen, wie aktuelle belastende Faktoren.
Deshalb sollte sie bei chronischen Krankheiten niemals als alleiniges Heilmittel eingesetzt werden. Eine Änderung in der Lebensführung ist auf jeden Fall notwendig.
Sie ist aber sehr hilfreich dafür, dass kranke und geschwächte Menschen wieder in ihre Kraft kommen, neue Hoffnung schöpfen und ihr Leben anders anpacken können als zuvor.

Die homöopathische Selbstbehandlung hört selbstverständlich da auf, wo es sich um lebensbedrohliche Zustände handelt.
Es spricht jedoch nichts gegen eine ergänzende Behandlung mit Homöopathie in der Notfallmedizin.

Ebenso sollte im Zweifelsfall oder bei einem sich auffällig verschlechternden Allgemeinbefinden immer ärztlicher Rat eingeholt werden

 

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig neugierig auf diese sanfte, aber dennoch tiefgreifende und ganzheitliche Heilungsmethode machen.
Solltest du Fragen zu diesem Beitrag haben, kannst du diese gerne in der Kommentarbox zum Beitrag hinterlassen oder mich über das Kontaktformular erreichen.
Natürlich freue ich mich auch immer über Feedback.

 

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Quellenangaben:

Werner Stumpf “Homöopathie (Die großen GU-Ratgeber)
https://de.wikipedia.org/wiki/Homöopathie
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte


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