“Wenn etwas kleiner ist als das Große, so ist es darum noch lange nicht unbedeutend.”
(Lucius Annaeus Seneca, ca. 4 v. Chr – 65 n. Chr.)

Sprossen und KeimlingeKlein und doch ganz groß!

Keimlinge und Sprossen mögen zwar klein und unscheinbar sein, jedoch haben sie es in sich!
Im Verhältnis zu ihrer Größe haben sie den höchsten Vitalstoff-Gehalt aller Lebensmittel überhaupt!

Das ist auch wichtig, denn ein Keimling muss die junge Pflanze aus seinem Inneren heraus solange mit Nährstoffen versorgen, bis die Wurzeln des Pflänzchens groß genug und ausreichend im Boden verankert sind, dass sie die Pflanze mit Nährstoffen aus dem Boden versorgen können.
Somit enthalten sie wichtige hochwertige Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Mineralien, Spurenelemente, Vitamine, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe und das pure Leben!
Und das alles nicht nur in einer hohen Qualität, sondern auch in einer großen Menge! Durch ihre hohe Enzymaktivität haben die Inhaltsstoffe für uns eine Bioverfügbarkeit von 100 %.

Gerade in den Wintermonaten, wenn frisches heimisches Obst und Gemüse vom Speiseplan langsam verschwinden, der Organismus aber viele Nährstoffe braucht, um den von der Natur abweichenden Anforderungen zu dieser Zeit gewachsen zu sein, sind  Keimlinge eine gute Ergänzung.
Aber auch jetzt – im beginnenden Frühjahr – wenn die Wildkräuter noch ganz klein sind und heimische naturbelassene  Lebensmittel noch auf sich warten lassen, bietet sich der Verzehr dieser an.

Keime, Keimlinge, Sprossen – was ist denn da der Unterschied?

Beginnen wir mit etwas Theorie:

Die Keime liegen inmitten eines Mehlkörpers im Samen einer Pflanze. Im Keim befinden sich die Anlagen für die Baby-Pflanze, wie z.B. für die Keimblätter, Wurzeln und den Stängel. Der Keim wird vom Mehlkörper ernährt.

Keimlinge sind die ganz jungen Pflänzchen, die sich aus dem Samenkorn entwickeln. Keimlinge umfassen Wurzeln und die späteren oberirdischen Teile der Pflanze.

Unter Sprossen versteht man genau genommen nur die oberirdischen Teile des Keimlings, also Stängel und erste Blättchen. Kresse gehört z.B. zu den typischen Sprossen.

Meistens werden im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch auch Keimlinge als Sprossen bezeichnet.

Keimlinge und Sprossen sind immer frisch und lebendig

Sprossen und Keimlinge

Der Kresse beim Wachsen zusehen …

Sprossen und Keimlinge haben gegenüber jedem anderen Gemüse und Obst den Vorteil, dass sie immer noch am Leben sind, wenn wir sie verzehren. Frischer und vitaler geht es nicht mehr!

Erntest du einen Apfel oder eine andere reife Frucht, beginnt genau ab diesem Moment der Abbau von Vitalstoffen. Die Frucht oder das Gemüse verbraucht die Vitalstoffe, um Alterungsprozesse, wie das Verfaulen, aufzuhalten. Deshalb ist  Frische das A und O in einer gesunden Ernährung.

Mit Keimlingen nimmst du hingegen hochlebendige Nahrung zu dir. Auch wenn du fertige frische Keimlinge gut verpackt kaufst, sind sie noch lebendig und im Aufbauprozess. Nur wenn sie zu trocken  oder zu lange gelagert werden, stoppt dieser Aufbauprozess oder verläuft unvollständig und sie verlieren an Vitalstoffen. Aber dann schmecken sie sowieso nicht mehr!

Keimlinge von der Fensterbank

Die preisgünstigste und praktischste Variante ist es, Keimlinge zu Hause selbst zu ziehen.

Es mach Spaß zuzusehen, wie aus den kleinen Körnern, bald erste Wurzelansätze austreten und nach nur wenigen Tagen junge Pflänzchen zum Verzehr bereit stehen. Frischer, preiswerter und einfacher in der Beschaffung geht es nun wirklich nicht!
Auf diese Weise kannst du dir das sauberste und gesündeste Essen zubereiten!

Im Handel befinden sich inzwischen viele Sorten an Keimsaaten zur Auswahl. Auch fertige Sprossenmischungen kannst du kaufen, oder du mischst dir deine Samen selbst.
Auch gibt es verschiedene Hilfsgeräte zum Keimen, wie Sprossentürme oder Sprossengläser.

Anleitung zum Sprossenziehen

Theoretisch genügt ein großes Sieb, eine dazu passende Schüssel und ein Tuch zum Abdecken.

Ich empfehle jedoch, dass du dir früher oder später ein Sprossenzucht-System zulegst, da es einfach komfortabler und meiner Meinung nach auch optisch schöner ist.

Ich selbst benutze vorwiegend Sprossengläser, da sie dekorativ und platzsparend direkt auf meiner Küchenfensterbank Platz finden.
In Reformhäusern, Naturkostfachgeschäften, einigen Drogeriemärkten und natürlich über diverse Online-Händler kannst du schnellkeimende Saaten beziehen. Auch viele Getreidearten, wie Weizen, Roggen, Hirse, Buchweizen, Kamut und keimfähige Gerste (bitte auf den Hinweis “keimfähig” beim Kauf achten) eignen sich. Bitte achte in jedem Fall auf Bio-Qualität!

  1. Weiche 1-3 Esslöffel Samen in etwas Wasser ein. Die Einweichzeit für die Saaten kannst du in der Regel der Anweisung auf der Packung entnehmen. Wenn du mehrere Sorten mischst, richtet sich die Einweichzeit nach der Sorte mit der längsten Einweichzeit.
  2. Nach dieser Zeit siebst du das Einweichwasser ab und spülst die Samen mindestens 1x durch.
  3. Damit die Samen nicht austrocknen, müssen sie unbedingt abgedeckt werden. Im Keimglas erübrigt sich das. Dort wird die Feuchtigkeit trotz des offenen Siebes gehalten.
  4. Wichtig ist es, die Samen und späteren Keimlinge mindestens 2x täglich mit frischem Wasser durchzuspülen und das Spülwasser anschließend gut abtropfen zu lassen.
  5. Nach 1-2 Tagen sind die ersten klitzekleinen Wurzelansätze zu sehen. Getreidekeimlinge können in diesem Zustand schon verzehrt werden, z.B. als Grundlage für das Frischkorn-Müsli.
    Gemüsesprossen sollten noch 2-3 weitere Tage am Licht verbringen, damit sich in den ersten kleinen Keimblättchen gesundes Chlorophyll bilden kann. Sind die Keimblätter zu sehen, sollten die Sprossen verzehrt oder in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  6. Vor dem Verzehr solltest du die Sprossen unbedingt noch einmal gut durchspülen.

 

Kresse auf Kressesieb

Kresse auf einem Kressesieb

Kresse und andere schleimbildende Saaten (Rucola, Chia z.B.)  benötigen eine Sonderbehandlung, damit sie nicht im eigenen Schleim verfaulen.
Diese solltest du entweder auf speziellem Vlies in einer Keimschale oder einem Kressesieb zum Keimen bringen.
Weiche auch diese Samen in Wasser ein, jedoch nur für 15-30 min. Dann werden sie auf das Kressesieb oder Vlies gestrichen. 2 Tage sollten sie abgedeckt bleiben und höchstens etwas mit Wasser besprüht werden. Sobald sich die ersten feinen Wurzelansätze bilden, wird die Abdeckung entfernt.
Ab jetzt werden die Keimlinge mindestens 2x täglich vorsichtig mit frischem Wasser gespült. Nach weiteren 2-4 Tagen können die oberirdischen Teile geerntet oder die Sprossen mit Wurzel aus dem Sieb gezogen werden.

Die Verwendung von Sprossen und Keimlingen

Sprossen und Keimlinge

Sprossen machen das Sandwich knackig, frisch und vitalstoffreich!

Wie schon erwähnt, eignen sich insbesondere Gereidekeimlinge für das tägliche Frischkorn-Gericht. Getreidekeimlinge haben einen um ca. 300 % höheren Vitalstoff-Gehalt als ungekeimtes Getreide und eine wesentlich höhere Bioverfügbarkeit.

Alle Keimlinge und Sprossen eignen sich hervorragend als Salatzutat oder -topping.
Auch auf belegten oder Butter-Broten, in Dips, Suppen oder als Beilage zu Crêpes oder Pellkartoffeln bieten sie sich hervorragend an. Deiner Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und natürlich kannst du sie auch pur genießen!
Selbst gezogene Sprossen und Keimlinge sind jedenfalls das gesündeste und sauberste Lebensmittel!

Ich wünsche dir gutes Gelingen und einen guten Appetit!

 

Signatur


Quellen:
www.bankhofer-gesundheitstipps.de/keime-sprossen-selber-ziehen.html
www.avogel.de/ernaehrung_gesundheit/ihre-ernaehrung/themenuebersicht/sprossen/


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